Einen wundervollen Tag, Freunde der Sonne!

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4. Kapitel Enttäuschungen en Masse

 
S

ie kamen mit einer Stunde Verspätung in Celle an. Noch am selben Tag durchquerten sie den großen Wald und trafen auf dem Reiterhof von Tina Bibi und sie wieder. ,,Ihr wart ja schnell!“, rief Tina begeistert und umarmte die drei. Bibi sattelte ihr weißes Pferdchen und kam dann auch zur feierlichen Begrüßung. Es kam Kuchen und edelsten Champagner vom Fass. Natürlich aßen auch die Pferde mit. Sie vertrugen allerdings den Champagner nicht so gut, deshalb torkelten sie noch eine Stunde danach über den Hof. Dabei grölten sie alte Lieder über gute alten Pferdezeiten. ,,Lasst uns nun alle schlafen gehen!“, rief Bibi und hexte ein großes Zelt auf den Hof. ,,Aber morgen befreien wir dann das Biest von seinem Fluch, ja?“, fragte Annabell leicht beschwippst. ,,Sicher!“, meinte Bibi und so gingen sie schlafen.

Sobald die Sonne am nächsten morgen aufgegangen war, standen sie auf. Die Pferde ritten schon ihre Morgenrunde über den Hof. Bibi hexte das Zelt weg und dafür für jeden frische Waffeln. ,,Danke!“, schmatze Annabell mit vollem Mund. Nach diesem sehr ausführlichem Frühstück, spazierten sie gemütlich los. ,,Bald hat diese Lauferei ein Ende!“, rief Annabell fröhlich und sprang vor Glück im Karree. ,,Noch haben wir deine Zauberkräfte nicht!“, rief Karina. Annabell murmelte unverständliche Worte. ,,Wie weit ist es noch?“, fragte Tina. ,,Noch ziemlich weit!“, meinte Karina und blickte träumerisch in die Ferne. ,,Wir sind doch bestimmt schon Stunden unterwegs!“, rief Bibi und blieb erschöpft stehen. Sie drehten sich um und sahen zurück. Zehn Meter hinter ihnen lag der Hof, auf dem die Pferde sich um einen Tisch versammelt hatten und bei schummrigen Licht und rauchiger Luft Poker spielten. Sie hatten ihr Pokerface aufgesetzt und tranken Whiskey auf Karotte. Tina stöhnte, angesichts der kurzen Stecke, die sie zurückgelegt hatten. ,,Wo müssen wir eigentlich hin?“, fragte Bibi. ,,Zum Schloss, in dem die Schöne und das Biest leben!“, erklärte Annabell fachmännisch. ,,Gut...dann nehmen wir lieber das Flugzeug!“, rief Tina und lief los. Die anderen folgten ihr. ,,Wo willst du denn hin?“, fragte Bibi, doch es kam keine Antwort. An einer Weggabelung lief sie links. ,,Wir müssen aber doch rechts lang!“, meinte Karina, doch auch hier folgten sie Tina, bis sie an einem sehr großen Flughafen ankamen. Tina ging durch die Glastür hinein. ,,Was wollen wir denn hier?“, fragte Annabell genervt. Sie war vollkommen außer Atem. Tina ging auf einen Schalter zu. ,,Hallo, wir wollen zum Schloss, in dem die Schöne und das Biest leben!“, erzählte Tina der Tante, die hinterm Schalter saß. ,,Wie viele Personen?“, fragte sie und tippte auf einer Tastatur herum. ,,Fünf...nein vier, oder?!“, überlegte Tina. ,,Dreimal Jugendliche!“, mischte sich Karina ein. Die Tante sah sie etwas skeptisch an. ,,Wie alt ist denn das kleine Mädchen?“, fragte sie und deutete auf Annabell, die auf dem Boden Platz genommen hatte. ,,Wieso?“, fragte Karina. ,,Zahlt sie denn schon für Jugendliche? Ist sie nicht noch Kind?“ Karina nickte: ,,Stimmt, sie ist noch Kind!“ Die Tante gab ihnen drei Tickets und wünschte ihnen einen guten Flug. Schon erklang eine Lautsprecherstimme: ,,Die Passagiere des Fluges 0-3-6-4-1-2-0-3-9-9 werden gebeten über die Gangway ins Flugzeug zu gehen!“ Karina studierte ihre Tickets. ,,Das sind wir!“, verkündete sie dann freudestrahlend, nahm Kira, den Gorilla, an die Hand und lief los. Die anderen folgten ihr. Annabell überholte Karina und ging nun voraus. Plötzlich und unerwartet teilte sich der Weg, so dramatisch es auch klingen mag, nach rechts und nach links in einen Tunnel. Annabell schlug den rechten ein. Karina blieb stehen und las, was über den Tunneln an Beschriftung stand. ,,Nein, Annabell! Warte! Das ist der Gayway! Wir müssen zur Gangway!“ Annabell blieb stehen und ging in Zeitlupe und äußerst bedacht rückwärts aus dem Gayway-Tunnel. Nun gingen sie zusammen zur Gangway. Am Ende stand eine kleine Frau und sah sie freudestrahlend an. ,,Ihre Tickets bitte!“ Karina reichte der Frau ihre Tickets. ,,Das sind aber nur drei!“, meinte sie. Karina verwandelte sich in ein weiteres Ticket und viel Kira, dem Gorilla, in die Hand. Die Frau sah das Ticket und nickte. Sie betraten das Flugzeug durch einen gefrorenen Vorhang. Karina verwandelte sich zurück. Der Flug dauerte eine halbe Stunde. Sie stiegen aus und fanden sich im Schloss der Schönen und dem Biest wieder. Das Flugzeug rollte durch ein großes Tor im Speisesaal. ,,Willkommen!“, rief die schöne Kathleen. Sie lachte laut und wundervoll. Heute trug sie ein blütenreines, weißes Kleid geprägt von ihrer unglaublichen Weisheit und betörenden Schönheit. ,,Bibi, komm in meine Arme! Ich bin so froh, dass du gekommen bist!“, meinte sie und schloss ihre grazilen Arme um die kleine Bibi. ,,Hallo, wo kann ich helfen?“, fragte Bibi und grinste, nachdem die schöne Kathleen sie losgelassen hatte. ,,Wenn doch nur alle Menschen so wären, wie du! Kannst du meinen Mann, das Biest, zurückverwandeln?“, fragte die schöne Kathleen und lies einen grellen Ton vernehmen. Das Biest kam herein. Es sah aus, wie immer. ,,Ja, natürlich. Seit wann ist er ein Biest?“, fragte Bibi. ,,Also, biestig war er ja schon immer!“, meinte Kathleen und lachte. ,,Ha, ha. Herr-Frey-Witz!“, machte Annabell ironischer Weise. ,,Bitte?“, machte Kathleen. ,,Unwichtig!“, murmelte Annabell. ,,Na, ja...ist auch nicht so wichtig!“, meinte Bibi und begann verschwörerisch mit den Armen zu wedeln. Nachdem sie einen äußerst komplizierten Spruch gesprochen hatte, verwandelte sich das Biest in einen Menschen zurück. Er war nicht besonders hübsch, aber Kathleen war überglücklich, nun einen hässlichen, kleinen Gnom an ihrer Seite zu haben, anstatt eines großen Biestes. ,,Danke, Bibi!“, meinte sie und lächelte noch bezaubernder. ,,Kein Problem!“, meinte Bibi und winkte ab. ,,Dann gibt’s ja tatsächlich ein Happy End!“, rief Annabell fröhlich, ,,Das Biest ist kein Biest mehr und ich kriege meine Zauberkräfte wieder!“ Sie klatschte überschwänglich in die Hände. Doch die schöne Kathleen enttäuschte Annabell: ,,Was für Zauberkräfte?“ ,,Meine? Die ich wiederkriege, wenn ich Bibi herbringe?!“, erinnerte Annabell die schöne Kathleen. ,,Ach so...tja...die habe ich leider nicht mehr!“ ,,WAS???“ Annabell bekam einen Tobsuchtsanfall und verwüstete das gesamte Schloss. ,,Ich habe sie eingetauscht, für meine Teetasse! Ich habe sie so vermisst!“, meinte Kathleen, nachdem sich Annabell beruhigt hatte. ,,Mit Prinz Rübenherz?“, fragte Annabell schluchzend. ,,Ja, richtig!“, meinte die schöne Kathleen. ,,Ich habe mich gerade dazu durchringen können, eine Galaparty zu geben. Und ich lade euch alle natürlich gerne ein. Bringt auch eure Freunde mit!“, verkündete sie dann. Applaus von den billigen Plätzen. ,,Die Party muss warten. Erst will ich meine Zauberkräfte wiederhaben!“, meinte Annabell wütend. ,,Gut, dann hol sie. Ich bereite inzwischen alles vor!“, meinte die schöne Kathleen und verschwand aus dem Speisesaal. ,,Kommt, Karina, Kira!“, rief Annabell und verließ das Schloss.

Eine Stunde später kamen sie gemeinsam in Rüben an. Prinz Rübenherz befand sich immer noch in seiner Scheune. Sein Volk allerdings, war nicht zu sehen. ,,Prinz Rübenherz, ich will meine Zauberkräfte wiederhaben. Sofort!“, forderte Annabell. Sie war sauer, wie angelaufene Milch. ,,Ich habe eine frohe Botschaft!“, meinte Prinz Rübenherz nur. ,,Gut!“ ,,Meine Rüben und ich haben die Kartoffeln aus dem Schlaraffenland verbannt! Für alle Ewigkeiten. Sie leben jetzt in Frankreich. Da gehören sie auch hin...“, jubelte Prinz Rübenherz. ,,Sehr gut, aber was machst du dann noch hier?“, fragte Annabell. ,,Meine Rüben wollen das Königreich erst wieder herrichten, bevor ich zurück kann. Es ist ja alles so zerstört!“ ,,Sehr schade...aber was ist mit meinen Zauberkräften?“ Annabell wartete ungeduldig auf eine Antwort. Prinz Rübenherz ließ seinen Blick in die Ferne schweifen. Er kniff die Augen zusammen. ,,Ja, richtig...getauscht!“, verkündete er fröhlich. ,,Nein...mit wem?“ Annabell war verzweifelt. Karina legte ihr beruhigend den Arm um die Schulter. ,,Mit der bösen Zwillingsschwester der verrückten Sarah aus dem Barbie-Schloss...aber die hat sie gleich ihrer Schwester geschenkt!“ ,,Gut...dann gehen wir da mal hin...übrigens macht die schöne Kathleen eine Party. Wir dürfen Freunde einladen, also wenn du kommen möchtest?!“, meinte Karina und nickte freundlich. ,,Natürlich!“, war Prinz Rübenherz’ Antwort. Annabell, Karina und Kira verließen die Scheune und flogen in einer Rakete nach Norwegen. Dort fanden sie die silberne Wolke sofort wieder. Doch vor dem Barbie-Schloss gab es einen Aufstand. Die Barbie-Sarah und ihre drei Kinder, alle eingekleidet in der H&M Kinderabteilung, marschierten vor ihrem Schloss im Kreis. Dabei hielten sie große Schilder hoch, aber denen Sprüche standen. Als Karina als Rakete landete, hielten sie verwirrt inne. Karina verwandelte sich zurück, nachdem Annabell und Kira ausgestiegen waren. ,,Hallo!“, rief die Barbie-Sarah überglücklich, ,,Ihr kommt genau richtig. Hier! Nehmt die und macht mit!“ Sie deutete auf drei Schilder, die am Boden lagen. Annabell, Karina und Kira nahmen sich jeder eines und liefen mit den anderen im Kreis. Die Kinder schrieen: ,,Freiheit für die Erbsen! Die Erbsen sollen leben! Zwängt sie nicht in die Uniform!“ Die Barbie Sarah grinste breit und schrie nun auch mit. ,,Wieso denn Freiheit für die Erbsen?“, fragte Annabell verwirrt und schwenkte ihr Schild durch die Luft. ,,Der Mönch Mendel experimentiert mit Erbsen!“, rief die Barbie-Sarah lautstark. ,,Na und?“, fragte Annabell. ,,Na und?“, empörte sich die Barbie-Sarah, ,,Na und...ich glaubs ja gar nicht! Erbsenversuche sich furchtbar und grausam. Zuerst werden die Erbsen eingesperrt in winzigen Käfigen und dann in die Uniform gezwängt! Ich bin furchtbar frustriert! Außerdem werden die grünen Erbsen mit gelben Erbsen gekreuzt!“ ,,Oh nein! Wie furchtbar!“, schrie Karina plötzlich auf. ,,Du sagst es! Und hat jemand die grünen Erbsen gefragt? Nein! Natürlich nicht!“, erklärte die Barbie-Sarah aufgebracht. ,,Das ist eine der 9 Todsünden!“, bemerkte Annabell. ,,Gibt’s nicht eigentlich nur 7?“, warf Karina ein. ,,Niemals!“, meinte Annabell, ,,Da kannst du genauso gut behaupten, Wasser kocht bei 100 Grad!“ ,,Ach, so...dann wirst du wohl Recht haben!“, stimmte Karina zu. ,,Freiheit für die Erbsen! Die Erbsen sollen leben! Zwängt sie nicht in die Uniform!“, riefen sie nun alle zusammen, bis auf Kira, die darf ja nicht sprechen. Nach einer Stunde machten sie Kaffeepause. Es gab Karottensaft und erhitztes Wasser mit Milch, wie es die Engländer lieben. ,,Ich bin sehr froh, dass ihr gekommen seid!“, meinte die Barbie-Sarah. ,,Ja, aber wir sind nicht wegen der Erbsen-Demo hier!“, erklärte Annabell. ,,Nicht?“ ,,Nein...wir kommen wegen meiner Zauberkräfte...hast du sie noch?“, fragte Annabell. Die Barbie-Sarah überlegte. ,,Nein...ich hatte sie mal, aber ein gewisser Bolle hat sie mit mir getauscht. Gegen eine Empfängnisverhütungspille, die er selbst entwickelt hat!“, meinte die Barbie-Sarah und nahm einen Schluck Wasser mit Milch. ,,Natürlich, das hätte ich mir schon denken können!“, meinte Annabell und stand auf. ,,Übrigens gibt die schöne Kathleen aus dem Celler Schloss eine Party. Du kannst auch kommen, wenn du willst!“, meinte sie. ,,Wird der Mönch Mendel da sein?“, fragte die Barbie-Sarah. ,,Das weiß ich nicht!“, meinte Annabell und sah fragend zu Karina. ,,Keine Ahnung...“, meinte die nur und zuckte mit den Schultern. ,,Ich nehme vorsichtshalber meine Schilder mit!“, verkündete die Barbie-Sarah. ,,Okay, wir müssen jetzt leider wieder los. Vielen Danke für den Karottensaft und das Wasser mit der Milch!“, meinte Annabell. ,,Bis die Tage!“, meinte die Barbie-Sarah. ,,Bis zur Party!“, verabschiedete sich Karina und verwandelte sich in die Rakete zurück.

Sie flogen geradewegs nach Bollenhausen um Bolle live und in Farbe in den A**** zu treten. Doch in Bollenhausen war längst nicht alles so, wie es beim letzten Mal gewesen war. Eine grüne Rauchwolke schwebte über dem Dorf. ,,Ich möchte da nicht reinfliegen!“, meinte Karina, die Rakete. ,,Ich auch nicht!“, meinte Annabell. Sie landeten vor dem Stadttor und schickten Kira hinein. ,,Such den Bolle! Los, such!“, rief Karina und scheuchte Kira in Richtung der grünen Wolke. Sie verschwand im dichten Rauch. ,,Was da wohl passiert ist“, überlegte Annabell und setzte die Stirn in Falten. Karina und sie nahmen die Denkerpose ein. Eine Viertelstunde verharrten sie so. Dann kam Kira zurück. Und ihr folgte die ganze Stadt. ,,Was ist das denn?“, rief Annabell empört. Kira setzte sich neben Karina. ,,Du hast alle Bolles geholt?! Verdammte Axt!“, rief Karina, ,,Die werden wir doch nie wieder los!“ ,,Lehrling Bolle! Wo bist du?“, rief Annabell der Menge entgegen. Jemand machte das Strebermelden und trat dann vor. ,,Bolle! Ich will jetzt sofort meine Zauberkräfte wieder! Sonst gibt’s was mit der Pfannkuchenpfanne!“, schrie Annabell. Wie auf Kommando machten alle Bolles: ,,Psssst!“, und hielten den Finger vor den Mund. ,,Was kriege ich dafür?“, fragte Bolle gewieft. ,,Nichts! Du hast sie mir gestohlen und jetzt bekomme ich sie wieder! Ganze einfache Sache!“, erklärte Annabell lautstark. ,,Tja, dann hast du Pech gehabt!“, meinte Bolle und wandte sich um zu gehen. ,,Nix da!“, rief Annabell. Doch Bolle ging einfach. ,,Unverschämtheit!“, meinte Annabell und stemmte die Arme in die Seite. Karina verwandelte sich in eine fette riesige Spinne von unsagbarer Größe. Sie lief auf Bolle zu und setzte sich auf ihn drauf. Nachdem er sich nicht mehr wehrte, umwickelte sie ihn mit Spinnenfäden. Mit Gänsehaut liefen die Bolles wieder in ihre Dorf und verriegelten ihre Stadttore mit Kinder-Riegeln. Karina verwandelte sich in einen Flugsaurier und flog mit Kira, Annabell und Bolle zurück ins Celler Schloss.

 

5. Kapitel Das Ende naht

 
D

ort erwartete man sie bereits. Die Partygäste standen im Speisesaal und tranken Wolkenpunsch. Frau Holle war demnach auch anwesend. Und auch alle anderen Freunde und Bekannte von Annabell und Karina und selbstverständlich auch von Kira waren gekommen. Prinz Rübenherz mit seinem Gefolge, Bibi und Tina, die sieben Zwerge, die verrückte Sarah aus dem Barbie-Schloss, als grüne, dicke Erbse verkleidet, mit ihren Kindern und ihrer böse Zwillingsschwester, die super Kati und Ernie und Bert und mehr Freunde und Bekannte hatten sie dann ja schon nicht mehr. Die Freunde und Bekannte der schönen Kathleen waren vielleicht etwas Zahlreicher, doch nicht alle waren erschienen. Aus einer Ecke dudelte Musik aus den Neunzigern. Annabell war sofort in Partystimmung, doch sie hatte Bolle nicht vergessen. ,,Hallo, da seid ihr ja wieder! Wie wundervoll! Und wen habt ihr noch mitgebracht?“, begrüßte die schöne Kathleen Karina, Kira und sie. Annabell bewunderte das Kleid der schönen Kathleen. Es war magentafarben und hatte große, weiße Punkte. ,,Das ist Bolle. Er hat die Zauberkräfte!“, verkündete Karina und deutete auf den weißen Berg vor ihren Füßen. Die Musik stoppte und die Gäste drehten sich zu ihnen. Annabell und Karina wickelten Bolle aus. ,,So, jetzt kannst du nicht mehr weglaufen!“, rief Annabell und lachte ihr bösestes Lachen. ,,Gib ihr ihre Zauberkräfte zurück!“, meinte Karina bittend. ,,Nein! Nur wenn ich etwas dafür bekomme!“, verlangte Bolle. ,,Geld?“, fragte Bibi. ,,Man kann nicht alles kaufen!“ ,,Aber wofür habe ich denn dann meine Master-Card?“, fragte Annabell und hielt ihre Master-Card Special-Edition in die Luft. Karina rollte mit den Augen. ,,Also...was willst du dann?“, fragte Frau Holle und trat näher. ,,Ratet!“, forderte Bolle. ,,Ist es was schweinisches?“, fragte die verrückte Sarah aus dem Barbie-Haus. ,,Nein!“, meinte Bolle entschieden. ,,Ist es groß?“, fragte Tina. ,,Nein!“, war Bolles Antwort. ,,Ist es klein?“, fragte die schöne Kathleen und funkelte mit ihren Augen. ,,Nein!“ ,,Ist es magentafarben?“, fragte Annabell. ,,Auch das nicht!“ ,,Ist es ein Buch?“, fragte Karina. ,,Niemals!“ Kira fuchtelte mit einer Banane vor Bolles Gesicht herum. ,,Nein!“ ,,Nun sag, was es ist!“, bat einer der sieben Zwerge. ,,Es ist ein Kuss!“, gab Bolle zu. ,,Von wem?“, wollte die Frau Holle wissen. Bolle kreiste bedrohlich mit dem Finger über die Partygäste. Jeder wollte möglichst nicht gesehen werden. Karina verwandelte sich in ein Törtchen und sprang auf einen der vorbeifliegenden Teller. Bolles Finger wurde langsamer und hielt schließlich bei... ,,Niemals! Dann verzichte ich lieber auf meine Zauberkräfte!“ ...Annabell. Die Menge hielt den Atem an. ,,Nun seid ihr schon so weit gegangen, nur wegen deiner Zauberkräfte. Den letzten Schritt musst du nun auch noch tun!“, meinte Bibi und tätschelte Annabells Rücken. Annabell war wie eingefroren. Jemand der Gäste begann, die Hochzeitsmelodie zu summen. Es war Frau Holle. ,,Tut mir leid, ich hab einen Ohrwurm!“, verteidigte sie sich. Annabell sah sich verzweifelt um, doch niemand kam, um ihr diese Bürde abzunehmen. Sie kniff die Augen zusammen und hielt sich die Ohren zu. Bolle nahm ein Mundspray aus der Tasche und sprühte sich etwas davon in den Mund. Dann fuhr er mit dem geölten Finger die Lippen nach und machte Aufwärmübungen. Er verzog das Gesicht zu Grimassen, dann machte er drei Kniebeugen. Nach dieser anstrengenden Prozedur, spitzte er den Mund und gab Annabell einen hauchzarten Stups auf die Wange. Danach viel er wie ein Brett um. Annabell öffnete die Augen und nahm die Hände von den Ohren. ,,Alles vorbei!“, meinte Tina und umarmte Annabell freundschaftlich. ,,Wie war es für dich?“, wollte Frau Holle wissen. ,,Ich bin mit der Gesamtsituation unzufrieden!“, war Annabells perplexe Antwort. ,,Beschreib deine innere Stimmung!“, rief die verrückte Sarah aus dem Barbie-Haus. ,,Ich möchte nicht darüber sprechen!“, rief Annabell und griff nach einem vorbeifliegenden Törtchen. Bevor Annabell hineinbeißen konnte, verwandelte sich das Törtchen in Karina. Sie landete unsanft auf dem Boden. ,,Hast du deine Kräfte wieder?“, fragte sie und stand auf. Annabell überlegte. Sie setzte zum Start an und hob tatsächlich ab. Sie drehte eine fröhliche Runde über der Partygesellschaft. Die Gäste jubelten. Annabell strahlten. Und nun konnte die Party so richtig beginnen. Sie drehten die Neunzigerjahremusik auf volle Lautstärke und schalteten die Diskokugel an. Sie tanzten zu Blümchens ,Boomerang’. Frau Holle sang lauthals mit: ,,Wie ein Boom-Boom-Boom-Boom-Bommerang, komm ich immer wieder bei dir an...“ Annabell machte die Bewegungen vor: ,,Und jetzt der Apfelpflücker...und der Scheibenwischer...und der Taucher...und jetzt die John-Travolter-Nummer!“ Die Tanznummer wurde kurz unterbrochen, denn auch das Büffet wurde eröffnet.

Doch die Party konnte nicht so ungestört weitergehen. Der Schrei einer jungen Frau durchbrach die Musik. Das Licht ging an und die Musik stoppte erneut. Bolle lag mitten im Raum. Er war Tod. ,,Was für eine Katastrophe!“, rief jemand. ,,Jemand hat ihn ermordet!“, rief ein anderer. Verstohlene Blicke huschten durch den Raum. ,,Wer war es?“, fragte jemand. Die Menge begann unschuldig zu pfeifen und unauffällig in die Luft zu starren. ,,Jemand sollte den Arzt rufen, vielleicht ist er nicht tot!“, meinte Frau Holle. Alle sahen sie an. ,,Sie wird es gewesen sein!“, rief ein Zwerg. Die Menge wurde unruhig und begann zu tuscheln. ,,Das ist doch quatsch!“, meinte Karina. ,,Dann bist du es gewesen!“, schloss die verrückte Sarah. Ein furchtbares durcheinander begann. Die Gäste der Party stritten sich unüberhörbar, während der tote Bolle noch am Boden vor ihnen lag. ,,Ruhe!“, rief nun Annabell. Stille. ,,Es ist egal, wer ihn umgebracht hat. Als erstes müssen wir die Leiche wegschaffen!“, sprach Annabell. ,,Schaut nur, er bewegt sich!“, schrie die verrückte Sarah. Und tatsächlich. Bolle bewegte sich. ,,Wie jetzt? Keine Gute Geschichte ohne Toten!“, schimpfte Karina empört. Bolle röchelte und schnappte nach Luft. Die super Kati erbarmte sich und drehte ihn in die stabile Seitenlage. ,,Wer wollte dich umbringen?“, fragte Tina. Bolle ließ seinen Finger wieder kreisen. ,,Kira?“, fragte Karina schließlich. Bolles Arm knallte zu Boden. Der Gorilla Kira stand in einer Ecke. ,,Erklär mir das!“, befahl Karina und ging zu ihrem Gorilla. ,,Du hast mir nie erklärt, wer mein wirklicher Vater ist!“, rief der Gorilla. Die Menge war geschockt, über den friesischen Akzent des Gorillas. ,,Lass das...“, meinte Karina. Der Gorilla räusperte sich. ,,Wieso hast du es mir nicht gesagt?“, fragte Kira nun mit einbahnfreiem Hochdeutsch. ,,Ich konnte nicht!“, meinte Karina und sah zu Boden. ,,Aber wer ist denn dein Vater?“, fragte Bibi neugierig. ,,Ich bin dein Vater, Kira!“, krächzte Bolle. Die Menge war erneut geschockt. ,,Einer von uns wird sterben müssen!“, meinte Kira mit finsterer Miene. Bevor Bolle etwas erwidern konnte, mischte sich die super Kati ein: ,,Wenn ich da etwas hinzufügen darf!?“ Kein Wiederspruch. ,,Ich habe schon öfter solche Fälle gehabt, in meiner durchaus erfolgreichen Karriere. Wenn ihr wollt, könnt ihr beide zu einer meiner Familien-Therapie-Sprechstunden kommen!“ Der Gorilla sah ratlos drein und Bolle sackte nur wieder in sich zusammen. ,,Es war nur ein Vorschlag!“, meinte die super Kati. ,,Nein! Niemand bringt jemanden um. Wir wollen jetzt feiern!“, meinte Annabell. Und schon ging die Party weiter. Und sie hörte so bald nicht mehr auf. Drei lange Tage und drei lange Nächte machten sie Party und wenn sie danach nicht alle mit einer Wolkenpunschüberdosis ins Krankenhaus gemusst hätten, würden sie heute noch feiern.

 
 
Ende



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